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Seite 100

Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 100 von 107

1»Also, also! In einem Laden für Kurzwaren!«
2»Es gab dort Kämme und Bürsten«, erwiderte
3 ausweichend.
4»Sagte ich’s nicht, daß du nicht immer ein Ga-
5nymed warst, nicht immer mit der Serviette be-
6dient hast? Noch wenn der daneben-
7haut, tut er’s auf vertrauenerweckende Weise.
8Sage, hast du Vertrauen zu mir?«
9Unbestimmte Bewegung.
10»Eine halbe Antwort«, stellte der fest.
11»Man gewinnt zweifellos schwer dein Vertrau-
12en. Selbst mir, ich sehe es wohl, gelingt das
13nicht leicht. Ich bemerke in deinem Gesicht
14einen Zug von Verschlossenheit, von Traurig-
15keit, ... Sage mir doch«,
16und er ergriff zuredend Marios Hand, »hast du
17Kummer?«
18»« antwortete dieser rasch und be-
19stimmt.
20»Du hast Kummer«, beharrte der Gaukler, diese
21Bestimmtheit autoritär überbietend. »Das sollte
22ich nicht sehen? Mach du dem Cipolla etwas
23weis! Selbstverständlich sind es die Mädchen,
24ein Mädchen ist es. Du hast Liebeskummer.«
25Mario schüttelte lebhaft den Kopf. Gleichzeitig
26erklang neben uns wieder das brutale Lachen