Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 16 von 107
1nung anhing, der Keuchhusten sei akustisch
2ansteckend, und einfach für ihre Kleinen das
3schlechte Beispiel fürchtete. Im weiblichen
4Vollgefühl ihres Ansehens wurde sie vorstellig
5bei der Direktion, und diese, in der Person des
6bekannten Gehrockmanagers, beeilte sich, uns
7mit vielem Bedauern zu bedeuten, unter diesen
8Verhältnissen sei unsere Umquartierung in den
9Nebenbau des Hotels eine unumgängliche Not-
10wendigkeit. Wir hatten gut beteuern, die Kin-
11derkrankheit befinde sich im Stadium letzten
12Abklingens, sie habe als überwunden zu gelten
13und stelle keinerlei Gefahr für die Umgebung
14mehr dar. Alles, was uns zugestanden wurde,
15war, daß der Fall vor das medizinische Forum
16gebracht und der Arzt des Hauses – nur dieser,
17nicht etwa ein von uns bestellter – zur Entschei-
18dung berufen werden möge. Wir willigten in
19dieses Abkommen, überzeugt, so sei zugleich
20die Fürstin zu beruhigen und für uns die Unbe-
21quemlichkeit eines Umzuges zu vermeiden. Der
22Doktor kommt und erweist sich als ein loyaler
23und aufrechter Diener der Wissenschaft. Er un-
24tersucht den Kleinen, erklärt das Übel für abge-
25laufen und verneint jede Bedenklichkeit. Schon
26glauben wir uns berechtigt, den Zwischenfall