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Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 21 von 107

1leicht dahin gebracht, es stumpfsinnig zu fin-
2den. Die glühende Leere des Himmels Tag für
3Tag fällt mir bald zur Last, die Grellheit der
4Farben, die ungeheure Naivität und Ungebro-
5chenheit des Lichts erregt wohl festliche Gefühle,
6sie gewährt Sorglosigkeit und sichere Unabhän-
7gigkeit von Wetterlaunen und -rückschlägen;
8aber ohne daß man sich anfangs Rechenschaft
9davon gäbe, läßt sie tiefere, uneinfachere Be-
10dürfnisse der nordischen Seele auf verödende
11Weise unbefriedigt und flößt auf die Dauer
12etwas wie Verachtung ein. Sie haben recht, ohne
13das dumme Geschichtchen mit dem Keuch-
14husten hätte ich es wohl nicht so empfunden; ich
15war gereizt, ich wollte es vielleicht empfinden
16und griff halb unbewußt ein bereitliegendes
17geistiges Motiv auf, um die Empfindung damit
18wenn nicht zu erzeugen, so doch zu legitimieren
19und zu verstärken. Aber rechnen Sie hier mit
20unserem bösen Willen, – was das Meer betrifft,
21den Vormittag im feinen Sande, verbracht vor
22seiner ewigen Herrlichkeit, so kann unmöglich
23dergleichen in Frage kommen, und doch war es
24so, daß wir uns, gegen alle Erfahrung, auch am
25Strande nicht wohl, nicht glücklich fühlten.
26Zu früh, zu früh, er war, wie gesagt, noch in