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Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 27 von 107

1strandgerechten Melonenhut im Nacken, ver-
2sichert seinen entrüsteten Damen, er sei zu
3korrigierenden Schritten entschlossen; er tritt
4vor uns hin, und eine Philippika geht auf uns
5nieder, in der alles Pathos des sinnenfreudigen
6Südens sich in den Dienst spröder Zucht und
7Sitte gestellt findet. Die Schamwidrigkeit, die
8wir uns hätten zuschulden kommen lassen,
9hieß es, sei um so verurteilenswerter, als sie
10einem dankvergessenen und beleidigenden Miß-
11brauch der Gastfreundschaft Italiens gleich-
12komme. Nicht allein Buchstabe und Geist der
13öffentlichen Badevorschriften, sondern zu-
14gleich auch die Ehre seines Landes seien fre-
15ventlich verletzt, und in Wahrung dieser Ehre
16werde er, der Herr im Schniepel, Sorge tragen,
17daß unser Verstoß gegen die nationale Würde
18nicht ungeahndet bleibe.
19Wir taten unser Bestes, diese Suade mit nach-
20denklichem Kopfnicken anzuhören. Dem er-
21hitzten Menschen widersprechen hätte zweifel-
22los geheißen von einem Fehler in den anderen
23fallen. Wir hatten dies und das auf der Zunge,
24zum Beispiel, daß nicht alle Umstände zusam-
25menträfen, um das Wort Gastfreundschaft nach
26seiner reinsten Bedeutung ganz am Platze er-