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Seite 50

Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 50 von 107

1Nachdem er seinen Seidenhut, seinen Schal und
2Mantel abgetan, kam er, im Rock sich zurecht-
3rückend, die mit großen Knöpfen verschlosse-
4nen Manschetten hervorziehend und an seiner
5Humbugschärpe ordnend, wieder nach vorn.
6Er hatte sehr häßliches Haar, das heißt: sein
7oberer Schädel war fast kahl, und nur eine
8schmale, schwarz gewichste Scheitelfrisur lief,
9wie angeklebt, vom Wirbel nach vorn, während
10das Schläfenhaar, ebenfalls geschwärzt, seitlich
11zu den Augenwinkeln hingestrichen war, – die
12Haartracht etwa eines altmodischen Zirkus-
13direktors, lächerlich, aber durchaus zum ausge-
14fallenen Persönlichkeitsstil passend und mit so
15viel Selbstsicherheit getragen, daß die öffent-
16liche Empfindlichkeit gegen ihre Komik verhal-
17ten und stumm blieb. Der »kleine Leibesscha-
18den«, von dem er vorbeugend gesprochen hatte,
19war jetzt nur allzu deutlich sichtbar, wenn auch
20immer noch nicht ganz klar nach seiner Be-
21schaffenheit: die Brust war zu hoch, wie ge-
22wohnt in solchen Fällen, aber der Verdruß im
23Rücken schien nicht an der gewohnten Stelle,
24zwischen den Schultern, zu sitzen, sondern tie-
25fer, als eine Art Hüft- und Gesäßbuckel, der den
26Gang zwar nicht behinderte, aber ihn grotesk