Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 56 von 107
1gleich sie den Eintritt ins eigentliche Programm
2mehr und mehr verzögerte. Einem Wortwechsel
3zuzuhören ist immer fesselnd. Gewisse Men-
4schen belustigt das einfach, und sie genießen
5aus einer Art von Schadenfreude ihr Nichtbetei-
6ligtsein; andere empfinden Beklommenheit und
7Erregung, und ich verstehe sie sehr gut, wenn
8ich auch damals den Eindruck hatte, daß alles
9gewissermaßen auf Übereinkunft beruhte, und
10daß sowohl die beiden analphabetischen Dick-
11häuter wie auch der in der Jacke
12dem Künstler halb und halb zur Hand gingen,
13um Theater zu produzieren. Die Kinder lausch-
14ten mit vollem Genuß. Sie verstanden nichts,
15aber die Akzente hielten sie in Atem. Das war
16also ein Zauberabend, zum mindesten ein ita-
17lienischer. Sie fanden es ausdrücklich sehr
18schön.
19 war aufgestanden und mit zwei aus der
20Hüfte ladenden Schritten an die Rampe gekom-
21men.
22»Aber sieh ein bißchen!« sagte er mit grimmi-
23ger Herzlichkeit. »Ein alter Bekannter! Ein
24Jüngling, der das Herz auf der Zunge hat!«
25(Er sagte »«, was belegte Zunge
26heißt und große Heiterkeit hervorrief.) »Geht,