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Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 74 von 107

1stärker war als heute, einen langsam verblei-
2chenden Schein... Kein Wort! Helfen Sie mir
3nicht! An Ihrer Seite sitzt Ihr Gatte – nicht
4wahr«, wandte er sich an den stillen Herrn An-
5giolieri, »Sie sind der Gatte dieser Dame, und
6Ihr Glück ist vollkommen. Aber in dieses Glück
7hinein ragen Erinnerungen... fürstliche Erin-
8nerungen... Das Vergangene, , spielt in
9Ihrem gegenwärtigen Leben, wie mir scheint,
10eine bedeutende Rolle. Sie kannten einen Kö-
11nig... hat nicht ein König in vergangenen Tagen
12Ihren Lebensweg gekreuzt?«
13»Doch nicht«, hauchte die Spenderin unserer
14Mittagsuppe, und ihre braungoldenen Augen
15schimmerten in der Edelblässe ihres Gesich-
16tes.
17»Doch nicht? Nein, kein König, ich sprach
18gleichsam nur im rohen und unreinen. Kein Kö-
19nig, kein Fürst, – aber dennoch ein Fürst, ein
20König höherer Reiche. Ein großer Künstler war
21es, an dessen Seite Sie einst... Sie wollen mir
22widersprechen, und doch können Sie es nicht
23mit voller Entschiedenheit, können es nur zur
24Hälfte tun. Nun denn! Es war eine große, eine
25weltberühmte Künstlerin, deren Freundschaft
26Sie in zarter Jugend genossen, und deren heili-