Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 86 von 107
1Munde und winkte mit der andern beim Rufen.
2Aber ohnmächtig verhallte die arme Stimme
3der Liebe und Pflicht im Rücken einer Verlore-
4nen, und in mondsüchtigem Gleiten, berückt
5und taub, schwebte Frau dahin, in
6den Mittelgang, ihn entlang, gegen den fingern-
7den Buckligen, auf die Ausgangstür zu. Der
8Eindruck war zwingend und vollkommen, daß
9sie ihrem Meister, wenn dieser gewollt hätte, so
10bis ans Ende der Welt gefolgt wäre.
11»« rief Herr Angiolieri in wirklichem
12Schrecken und sprang auf, als die Saaltür er-
13reicht war. Aber im selben Augenblick ließ der
14 den Siegeskranz gleichsam fallen und
15brach ab. »Genug, , ich danken Ihnen«,
16sagte er und bot der aus Wolken zu sich Kom-
17menden mit komödiantischer Ritterlichkeit den
18Arm, um sie Herrn Angiolieri wieder zuzufüh-
19ren. »Mein Herr«, begrüßte er diesen, »hier ist
20Ihre Gemahlin! Unversehrt, nebst meinen
21Komplimenten, liefere ich sie in Ihre Hände zu-
22rück. Hüten Sie mit allen Kräften Ihrer Männ-
23lichkeit einen Schatz, der so ganz der Ihre ist,
24und befeuern Sie Ihre Wachsamkeit durch die
25Einsicht, daß es Mächte gibt, die stärker als
26Vernunft und Tugend und nur ausnahmsweise