Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 87 von 107
1mit der Hochherzigkeit der Entsagung gepaart
2sind!
3Der arme Herr , still und kahl! Er sah
4nicht aus, als ob er sein Glück auch nur gegen
5minder dämonische Mächte zu schützen ge-
6wußt hätte, als diejenigen waren, die hier zum
7Schrecken auch noch den Hohn fügten. Gravi-
8tätisch und gebläht kehrte der aufs
9Podium zurück unter einem Beifall, dem seine
10Beredsamkeit doppelte Fülle verliehen hatte.
11Namentlich durch diesen Sieg, wenn ich mich
12nicht irre, war seine Autorität auf einen Grad
13gestiegen, daß er sein Publikum tanzen lassen
14konnte, – ja, tanzen. Das ist ganz wörtlich zu
15verstehen, und es brachte eine gewisse Ausar-
16tung, ein gewisses spätnächtliches Drunter und
17Drüber der Gemüter, eine trunkene Auflösung
18der kritischen Widerstände mit sich, die so lan-
19ge dem Wirken des unangenehmen Mannes ent-
20gegengestanden waren. Freilich hatte er um die
21Vollendung seiner Herrschaft hart zu kämpfen,
22und zwar gegen die Aufsässigkeit des jungen rö-
23mischen Herrn, dessen moralische Versteifung
24ein dieser Herrschaft gefährliches öffentliches
25Beispiel abzugeben drohte. Gerade auf die
26Wichtigkeit des Beispiels aber verstand sich