Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 90 von 107
1die jetzt sich verstärkten, jetzt wieder zur Ruhe
2gebracht wurden, blieb es lange Zeit. Niemand
3verkannte, daß hier ein vorgefaßter Entschluß
4zum entschiedenen Widerstande, eine heroi-
5sche Hartnäckigkeit zu besiegen waren; dieser
6Brave wollte die Ehre des Menschengeschlech-
7tes heraushauen, er zuckte, aber er tanzte nicht,
8und der Versuch zog sich so sehr in die Länge,
9daß der genötigt war, seine Aufmerk-
10samkeit zu teilen; hier und da wandte er sich
11nach der Bühne und den dort Zappelnden um
12und ließ seine Peitsche gegen sie pfeifen, um sie
13in Zucht zu halten, nicht ohne, seitwärts spre-
14chend, das Publikum darüber zu belehren, daß
15jene Ausgelassenen nachher keinerlei Ermü-
16dung empfinden würden, so lange sie auch
17tanzten, denn nicht sie seien es eigentlich, die es
18täten, sondern er. Dann bohrte er wieder den
19Blick in den Nacken des Römers, die Willens-
20feste zu berennen, die sich seiner Herrschaft
21entgegenstellte.
22Man sah sie unter seinen immer wiederholten
23Hieben und unentwegten Anrufen wanken, die-
24se Feste, – sah es mit einer sachlichen Anteil-
25nahme, die von affekthaften Einschlägen, von
26Bedauern und grausamer Genugtuung nicht