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Seite 103

Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 103 von 107

1wirst meinen, was versteht der von der
2Liebe, er mit seinem kleinen Leibesschaden?
3Irrtum, er versteht gar viel davon, er versteht
4sich auf eine umfassende und eindringliche
5Weise auf sie, es empfiehlt sich, ihm in ihren An-
6gelegenheiten Gehör zu schenken! Aber lassen
7wir den Cipolla, lassen wir ihn ganz aus dem
8Spiel, und denken wir nur an , deine
9reizende Silvestra! Wie? Sie sollte irgendeinem
10krähenden Hahn vor dir den Vorzug geben, so
11daß er lachen kann und du weinen mußt? Den
12Vorzug vor dir, einem so gefühlvollen und sym-
13pathischen Burschen? Das ist wenig wahr-
14scheinlich, das ist unmöglich, wir wissen es bes-
15ser, der Cipolla und sie. Wenn ich mich an ihre
16Stelle versetze, siehst du, und die Wahl habe
17zwischen so einem geteerten Lümmel, so einem
18Salzfisch und Meeresobst – und einem ,
19einem Ritter der Serviette, der sich unter den
20Herrschaften bewegt, der den Fremden ge-
21wandt Erfrischungen reicht und mich liebt mit
22wahrem, heißem Gefühl, – meiner Treu, so ist
23die Entscheidung meinem Herzen nicht schwer
24gemacht, so weiß ich wohl, wem ich es schenken
25soll, wem ganz allein ich es längst schon errö-
26tend geschenkt habe. Es ist Zeit, daß er’s sieht