Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 10 von 107
1frischen am Tyrrhenischen Meer, städtisch-
2elegant und monatelang überfüllt, mit bunter
3Hotel- und Basarstraße am Meere hin, breitem,
4von , bewimpelten Burgen und brau-
5ner Menschheit bedecktem Strande und einem
6geräuschvollen Unterhaltungsbetrieb. Da der
7Strand, begleitet von Piniengehölz, auf das aus
8geringer Entfernung die Berge herniederblik-
9ken, diese ganze Küste entlang seine wohnlich-
10feinsandige Geräumigkeit behält, ist es kein
11Wunder, daß etwas weiterhin stillere Konkur-
12renz sich schon zeitig aufgetan hat: Torre di
13Venere, wo man sich übrigens nach dem Turm,
14dem es seinen Namen verdankt, längst verge-
15bens umsieht, ist als Fremdenort ein Ableger
16des benachbarten Großbades und war während
17einiger Jahre ein Idyll für wenige, Zuflucht für
18Freunde des unverweltlichten Elementes. Wie
19es aber mit solchen Plätzen zu gehen pflegt, so
20hat sich der Friede längst eine Strecke weiter
21begeben müssen, der Küste entlang, nach Mari-
22na Petriera und Gott weiß wohin; die Welt, man
23kennt das, sucht ihn und vertreibt ihn, indem
24sie sich in lächerlicher Sehnsucht auf ihn stürzt,
25wähnend, sie könne sich mit ihm vermählen,
26und wo sie ist, da könne er sein; ja, wenn sie an