Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 14 von 107
1ßenden, auf das Meer gehenden Glasveranda,
2die so stark wie der Saal, aber nicht restlos be-
3setzt war, und auf deren Tischchen rotbe-
4schirmte Lampen glühten. Die Kleinen zeigten
5sich entzückt von dieser Festlichkeit, und wir
6bekundeten einfach den Entschluß, unsere
7Mahlzeiten lieber in der Veranda einzunehmen
8– eine Äußerung der Unwissenheit, wie sich
9zeigte, denn wir wurden mit etwas verlegener
10Höflichkeit bedeutet, daß jener anheimelnde
11Aufenthalt »unserer Kundschaft«, »ai nostri
12clienti«, vorbehalten sei. Unseren Klienten?
13Aber das waren wir. Wir waren keine Passan-
14ten und Eintagsfliegen, sondern für drei oder
15vier Wochen Hauszugehörige, Pensionäre. Wir
16unterließen es übrigens, auf der Klarstellung
17des Unterschiedes zwischen unsersgleichen und
18jener Klientele, die bei rot glühenden Lämp-
19chen speisen durfte, zu bestehen und nahmen
20das an unserm allgemein und sachlich
21beleuchteten Saaltische – eine recht mittel-
22mäßige Mahlzeit, charakterloses und wenig
23schmackhaftes Hotelschema; wir haben die
24Küche dann in der , zehn
25Schritte landeinwärts, viel besser gefunden.
26Dorthin nämlich siedelten wir schon über, be-