Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 15 von 107
1vor wir im nur erst warm gewor-
2den, nach drei oder vier Tagen, – nicht der Ve-
3randa und ihrer Lämpchen wegen; die Kinder,
4sofort befreundet mit Kellnern und Pagen, von
5Meereslust ergriffen, hatten sich jene farbige
6Lockung sehr bald aus dem Sinn geschlagen.
7Aber mit gewissen Verandaklienten, oder rich-
8tiger wohl nur mit der Hotelleitung, die vor ih-
9nen liebedienerte, ergab sich sogleich einer die-
10ser Konflikte, die einem Aufenthalt von Anfang
11an den Stempel des Unbehaglichen aufdrücken
12können. Römischer Hochadel befand sich dar-
13unter, ein X. mit Familie, und da die
14Zimmer dieser Herrschaften in Nachbarschaft
15der unsrigen lagen, war die Fürstin, große
16Dame und leidenschaftliche Mutter zugleich, in
17Schrecken versetzt worden durch die Restspu-
18ren eines Keuchhustens, den unsere Kleinen
19kurz zuvor gemeinsam überstanden hatten,
20und von dem schwache Nachklänge zuweilen
21noch nachts den sonst unerschütterlichen
22Schlaf des Jüngsten unterbrachen. Das Wesen
23dieser Krankheit ist wenig geklärt, dem Aber-
24glauben hier mancher Spielraum gelassen, und
25so haben wir es unserer eleganten Nachbarin
26nie verargt, daß sie der weit verbreiteten Mei-