Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 17 von 107
1für beigelegt zu halten: da erklärt der Manager,
2daß wir die Zimmer räumten und in der Depen-
3dance Wohnung nähmen, bleibe auch nach den
4Feststellungen des Arztes geboten.
5Dieser Byzantinismus empörte uns. Es ist un-
6wahrscheinlich, daß die wortbrüchige Hart-
7näckigkeit, auf die wir stießen, diejenige der
8Fürstin war. Der servile Gastwirt hatte wohl
9nicht einmal gewagt, ihr von dem Votum des
10Doktors Mitteilung zu machen. Jedenfalls ver-
11ständigten wir ihn dahin, wir zögen es vor, das
12Hotel überhaupt und sofort zu verlassen – und
13packten. Wir konnten es leichten Herzens tun,
14denn schon mittlerweile hatten wir zur Pensio-
15ne Eleonora, deren freundlich privates Äußere
16uns gleich in die Augen gestochen hatte, im Vor-
17übergehen Beziehungen angeknüpft und in der
18Person ihrer Besitzerin, , eine
19sehr sympathische Bekanntschaft gemacht.
20Frau Angiolieri, eine zierliche, schwarzäugige
21Dame, toskanischen Typs, wohl anfangs der
22Dreißiger, mit dem matten Elfenbeinteint der
23Südländerinnen, und ihr Gatte, ein sorgfältig
24gekleideter, stiller und kahler Mann, besaßen
25in Florenz ein größeres Fremdenheim und stan-
26den nur im Sommer und frühen Herbst der Filiale