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Seite 25

Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 25 von 107

1Offenbar aber erlitten sie rätselhafte Enttäu-
2schungen. Es gab Empfindlichkeiten, Äuße-
3rungen eines Selbstgefühls, das zu heikel und
4lehrhaft schien, um seinen Namen ganz zu ver-
5dienen, einen Flaggenzwist, Streitfragen des
6Ansehens und Vorranges; Erwachsene misch-
7ten sich weniger schlichtend als entscheidend
8und Grundsätze während ein, Redensarten von
9der Größe und Würde Italiens fielen, unheiter-
10spielverderberische Redensarten; wir sahen
11unsere beiden betroffen und ratlos sich zurück-
12ziehen und hatten Mühe, ihnen die Sachlage
13einigermaßen verständlich zu machen: Diese
14Leute, erklärten wir ihnen, machten soeben
15etwas durch, so einen Zustand, etwas wie eine
16Krankheit, wenn sie wollten, nicht sehr an-
17genehm, aber wohl notwendig.
18Es war unsere Schuld, wir hatten es unserer
19Lässigkeit zuzuschreiben, daß es zu einem
20Konflikt mit diesem von uns doch erkannten
21und gewürdigten Zustande kam, – noch einem
22Konflikt; es schien, daß die vorausgegangenen
23nicht ganz ungemischte Zufallserzeugnisse ge-
24wesen waren. Mit einem Worte, wir verletzten
25die öffentliche Moral. Unser Töchterchen, acht-
26jährig, aber nach ihrer körperlichen Entwick-