Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 29 von 107
1grave« bestätigte, sich in genau denselben,
2offenbar landläufigen didaktischen Redewen-
3dungen über unsere Tat erging wie der Herr im
4steifen Hut und uns ein Sühne- und Lösegeld
5von fünfzig auferlegte. Wir fanden, diesen
6Beitrag zum italienischen Staatshaushalt müsse
7das Abenteuer uns wert sein, zahlten und gin-
8gen. Hätten wir nicht abreisen sollen?
9Hätten wir es nur getan! Wir hätten dann die-
10sen fatalen vermieden; allein mehreres
11kam zusammen, den Entschluß zu einem Orts-
12wechsel hintanzuhalten. Ein Dichter hat gesagt,
13es sei Trägheit, was uns in peinlichen Zustän-
14den festhalte – man könnte das zur Er-
15klärung unserer Beharrlichkeit heranziehen.
16Auch räumt man nach solchem Vorkommnis
17nicht gern unmittelbar das Feld; man zögert,
18zuzugeben, daß man sich unmöglich gemacht
19habe, besonders wenn Sympathiekundgebun-
20gen von außen den Trotz ermutigen. In der Villa
21Eleonora gab es nur eine Stimme über die Un-
22gerechtigkeit unseres Schicksals. Italienische
23Nach-Tisch-Bekannte wollten finden, es sei
24dem Rufe des Landes keineswegs zuträglich,
25und äußerten den Vorsatz, den Herrn im
26Schniepel landsmannschaftlich zur Rede zu