Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 30 von 107
1stellen. Aber dieser selbst war vom Strande ver-
2schwunden, nebst seiner Gruppe, schon am
3nächsten Tag – nicht unseretwegen natürlich,
4aber es mag sein, daß das Bewußtsein seiner
5dicht bevorstehenden Abreise seiner Tatkraft
6zuträglich gewesen war, und jedenfalls erleich-
7terte uns seine Entfernung. Um alles zu sagen:
8Wir blieben auch deshalb, weil der Aufenthalt
9uns merkwürdig geworden war, und weil Merk-
10würdigkeit ja in sich selbst einen Wert bedeutet,
11unabhängig von Behagen und Unbehagen. Soll
12man die Segel streichen und dem Erlebnis aus-
13weichen, sobald es nicht vollkommen danach
14angetan ist, Heiterkeit und Vertrauen zu erzeu-
15gen? Soll man »abreisen«, wenn das Leben sich
16ein bißchen unheimlich, nicht ganz geheuer
17oder etwas peinlich und kränkend anläßt? Nein
18doch, man soll bleiben, soll sich das ansehen
19und sich dem aussetzen, gerade dabei gibt es
20vielleicht etwas zu lernen. Wir blieben also und
21erlebten als schrecklichen Lohn unserer Stand-
22haftigkeit die eindrucksvoll-unselige Erschei-
23nung ’s.
24Daß fast in dem Augenblick unserer staatlichen
25Maßregelung die Nachsaison einsetzte, habe
26ich nicht erwähnt. Jener Gestrenge im steifen