Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 38 von 107
1als dem Wirkungsfeld eines Taschenspielers
2glich, und zwar namentlich dank der schwarzen
3Wandtafel, die auf einer Staffelei links im Vor-
4dergrunde stand. Sonst waren noch ein gewöhn-
5licher gelber Kleiderständer, ein paar landesüb-
6liche Strohstühle und, weiter im Hintergrunde,
7ein Rundtischchen zu sehen, auf dem eine
8Wasserflasche mit Glas und, auf besonderem
9Tablett, ein Flakon voll hellgelber Flüssigkeit
10nebst Likörgläschen standen. Man hatte noch
11zwei Sekunden Zeit, diese Utensilien ins Auge
12zu fassen. Dann, ohne daß das Haus sich ver-
13dunkelt hätte, hielt seinen
14Auftritt.
15Er kam in jenem Geschwindschritt herein, in
16dem Erbötigkeit gegen das Publikum sich aus-
17drückt und der die Täuschung erweckt, als
18habe der Ankommende in diesem Tempo schon
19eine weite Strecke zurückgelegt, um vor das
20Angesicht der Menge zu gelangen, während er
21doch eben noch in der Kulisse stand. Der Anzug
22Cipolla’s unterstützte die Fiktion des Von-
23außen-her-Eintreffens. Ein Mann schwer be-
24stimmbaren Alters, aber keineswegs mehr jung,
25mit scharfem, zerrüttetem Gesicht, stechenden
26Augen, faltig verschlossenem Munde, kleinem,