Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 43 von 107
1»Ich war’s«, sagte in die Stille hinein der junge
2Mann, der sich so herausgefordert und bei der
3Ehre genommen sah, – ein schöner Bursche
4gleich neben uns, im Baumwollhemd, die Jacke
5über eine Schulter gehängt. Er trug sein
6schwarzes, starres Kraushaar hoch und wild,
7die Modefrisur des erweckten Vaterlandes, die
8ihn etwas entstellte und afrikanisch anmutete.
9»... Das war ich. Es wäre Ihre Sache gewe-
10sen, aber ich zeigte Entgegenkommen.«
11Die Heiterkeit erneuerte sich. Der Junge war
12nicht auf den Mund gefallen. »Ha sciolto lo
13scilinguagnolo«, äußerte man neben uns. Die
14populäre Lektion war schließlich am Platze
15gewesen.
16»« antwortete . »Du gefällst mir,
17. Willst du glauben, daß ich dich
18längst gesehen habe? Solche Leute, wie du, haben
19meine besondere Sympathie, ich kann sie brau-
20chen. Offenbar bist du ein ganzer Kerl. Du tust,
21was du willst. Oder hast du schon einmal nicht
22getan, was du wolltest? Oder gar getan, was du
23nicht wolltest? Was nicht du wolltest? Höre,
24mein Freund, es müßte bequem und lustig sein,
25nicht immer so den ganzen Kerl spielen und für
26beides aufkommen zu müssen, das Wollen und