Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 70 von 107
1dunklen Spieles ist. Er saß, den Rücken gegen
2das Publikum gekehrt, im Hintergrunde des
3Podiums und rauchte, während irgendwo im
4Saale unter der Hand die Vereinbarungen ge-
5troffen wurden, denen er gehorchen, der Ge-
6genstand von Hand zu Hand ging, den er aus
7seinem Versteck ziehen und mit dem er Vorbe-
8stimmtes ausführen sollte. Es war das typische
9bald getrieben zustoßende, bald lauschend
10stockende Vorwärtstasten, Fehltappen und sich
11mit jäh eingegebener Wendung Verbessern, das
12er zu beobachten gab, wenn er an der Hand ei-
13nes wissenden Führers, der angewiesen war,
14sich körperlich rein folgsam zu verhalten, aber
15seine Gedanken auf das Verabredete zu richten,
16sich zurückgelegten Hauptes und mit vorge-
17streckter Hand im Zickzack durch den Saal be-
18wegte. Die Rollen schienen vertauscht, der
19Strom ging in umgekehrter Richtung, und der
20Künstler wies in immer fließender Rede aus-
21drücklich darauf hin. Der leidende, empfan-
22gende, der ausführende Teil, dessen Wille aus-
23geschaltet war, und der einen stummen in der
24Luft liegenden Gemeinschaftswillen vollführte,
25war nun er, der so lange gewollt und befohlen
26hatte; aber er betonte, daß es auf eins hinaus-