Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 72 von 107
1me – es war – und überreich-
2te sie ihr kniefällig mit vorbestimmten und,
3wenn auch naheliegenden, so doch nicht leicht
4zu treffenden Worten; denn sie waren auf Fran-
5zösisch verabredet worden. »Ich mache Ihnen
6ein Geschenk zum Zeichen meiner Verehrung!«
7hatte er zu sagen, und uns schien, als läge Bos-
8heit in der Härte dieser Bedingung; ein Zwie-
9spalt drückte sich darin aus zwischen dem In-
10teresse am Gelingen des Wunderbaren und dem
11Wunsch, der anspruchsvolle Mann möchte eine
12Niederlage erleiden. Aber sehr merkwürdig war
13es, wie , auf den Knien vor Angio-
14lieri, unter versuchenden Reden um die Er-
15kenntnis des ihm Aufgegebenen rang. »Ich muß
16etwas sagen«, äußerte er, »und ich fühle deut-
17lich, was es zu sagen gilt. Dennoch fühle ich zu-
18gleich, daß es falsch würde, wenn ich es über die
19Lippen ließe. Hüten Sie sich, mir mit irgendei-
20nem unwillkürlichen Zeichen zu Hilfe zu kom-
21men!« rief er aus, obgleich oder weil zweifellos
22gerade dies es war, worauf er hoffte... »Pensez
23très fort!« rief er auf einmal in schlechtem
24Französisch und sprudelte dann den befohle-
25nen Satz zwar auf Italienisch hervor, aber so,
26daß er das Schluß- und Hauptwort plötzlich in