Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 81 von 107
1strenger Selbstsicherheit stand, obgleich es, wie
2mir wenigstens schien, nicht ohne widerspensti-
3ges Gefühl für das eigentümlich Entehrende
4war, das für den einzelnen und für alle in Cipol-
5la’s Triumphen lag.
6Zwei Dinge spielten die Hauptrolle bei diesen
7Triumphen: das Stärkungsgläschen und die
8Reitpeitsche mit dem Klauengriff. Das eine
9mußte immer wieder dazu dienen, seiner Dä-
10monie einzuheizen, da sonst, wie es schien,
11Erschöpfung gedroht hätte; und das hätte
12menschlich besorgt stimmen können um den
13Mann, wenn nicht das andere, dies beleidigende
14Symbol seiner Herrschaft, gewesen wäre, diese
15pfeifende Fuchtel, unter die seine Anmaßung
16uns alle stellte, und deren Mitwirkung weichere
17Empfindungen als die einer verwunderten und
18vertrotzten Unterwerfung nicht aufkommen
19ließ. Vermißte er sie? Beanspruchte er auch
20noch unser Mitgefühl? Wollte er alles haben?
21Eine Äußerung von ihm prägte sich mir ein,
22die auf solche Eifersucht schließen ließ. Er tat
23sie, als er, auf dem Höhepunkt seiner Experi-
24mente, einen jungen Menschen, der sich ihm
25zur Verfügung gestellt und sich längst als be-
26sonders empfängliches Objekt dieser Einflüsse