Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 82 von 107
1erwiesen, durch Striche und Anhauch vollkom-
2men kataleptisch gemacht hatte, dergestalt,
3daß er den in Tiefschlaf Gebannten nicht nur
4mit Nacken und Füßen auf die Lehnen zweier
5Stühle legen, sondern sich ihm auch auf den
6Leib setzen konnte, ohne daß der brettstarre
7Körper nachgab. Der Anblick des Unholds im
8Salonrock, hockend auf der verholzten Gestalt,
9war unglaubwürdig und scheußlich, und das
10Publikum, in der Vorstellung, daß das Opfer
11dieser wissenschaftlichen Kurzweil leiden müsse,
12äußerte Erbarmen. »!« »Armer Kerl!«
13riefen gutmütige Stimmen. »Poveretto!« höhn-
14te erbittert. »Das ist falsch adressiert,
15meine Herrschaften! Ich
16bin es, der das alles duldet.« Man steckte die
17Lehre ein. Gut, er selbst mochte es sein, der die
18Kosten der Unterhaltung trug und der vorstel-
19lungsweise auch die Leibschmerzen auf sich ge-
20nommen haben mochte, von denen der Giova-
21notto die erbärmliche Grimasse lieferte. Aber
22der Augenschein sprach dagegen, und man ist
23nicht aufgelegt, Poveretto zu jemanden zu sa-
24hen, der für die Entwürdigung der anderen lei-
25det.
26Ich habe vorgegriffen und die Reihenfolge ganz