Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 93 von 107
1tern lachend blickte er in die Gelöstheit des Saa-
2les und ließ von Zeit zu Zeit, halb rückwärts,
3die Peitsche gegen einen Zappler pfeifen, der im
4Vergnügen nachlassen wollte. Die Kinder waren
5wach um diese Zeit. Ich erwähne sie mit Be-
6schämung. Hier war nicht gut sein, für sie am
7wenigsten, und daß wir sie immer noch nicht
8fortgeschafft hatten, kann ich mir nur mit einer
9gewissen Ansteckung durch die allgemeine
10Fahrlässigkeit erklären, von der zu dieser
11Nachtstunde auch wir ergriffen waren. Es war
12nun schon alles einerlei. Übrigens und gottlob
13fehlte ihnen der Sinn für das Anrüchige dieser
14Abendunterhaltung. Ihre Unschuld entzückte
15sich immer aufs neue an der außerordentlichen
16Erlaubnis, einem solchen Spektakel, der Soi-
17ree des Zauberkünstlers, beizuwohnen. Immer
18wieder hatten sie viertelstundenweise auf unse-
19ren Knien geschlafen und lachten nun mit roten
20Backen und trunkenen Augen von Herzen über
21die Sprünge, die der Herr des Abends die Leute
22machen ließ. Sie hatten es sich so lustig nicht
23gedacht, sie beteiligten sich mit ungeschickten
24Händchen freudig an jedem Applaus. Aber vor
25Lust hüpften sie nach ihrer Art von den Stühlen
26empor, als ihrem Freunde ,