Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 96 von 107
1als nobel auffielen, und von denen man sich
2gern bedienen ließ.
3Wir kannten ihn menschlich, ohne ihn persön-
4lich zu kennen, wenn Sie mir die Unterschei-
5dung erlauben wollen. Wir sahen ihn fast täg-
6lich und hatten eine gewisse Teilnahme gefaßt
7für seine träumerische, leicht in Geistesabwe-
8senheit sich verlierende Art, die er in hastigem
9Übergang durch eine besondere Dienstfertig-
10keit korrigierte; sie war ernst, höchstens durch
11die Kinder zum Lächeln zu bringen, nicht mür-
12risch, aber unschmeichlerisch, ohne gewollte
13Liebenswürdigkeit, oder vielmehr: sie verzich-
14tete auf Liebenswürdigkeit, sie machte sich of-
15fenbar keine Hoffnung, zu gefallen. Seine Figur
16wäre uns auf jeden Fall im Gedächtnis geblie-
17ben, eine der unscheinbaren Reiseerinnerun-
18gen, die man besser behält als manche erheb-
19lichere. Von seinen Umständen aber wußten wir
20nichts weiter, als daß sein Vater ein kleiner
21Schreiber im und seine Mutter
22Wäscherin war.
23Die weiße Jacke, in der er servierte, kleidete ihn
24besser als der verschossene aus dün-
25nem, gestreiftem Stoff, in dem er jetzt da hin-
26aufstieg, keinen Kragen um den Hals, sondern