Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 97 von 107
1ein geflammtes Seidentuch, über dessen Enden
2die Jacke geschlossen war. Er trat an den Cava-
3liere heran, aber dieser hörte nicht auf, seinen
4Fingerhaken vor der Nase zu bewegen, so daß
5 noch näher treten mußte, neben die Bei-
6ne des Gewaltigen, unmittelbar an den Stuhlsitz
7heran, worauf ihn mit gespreizten Ell-
8bogen anfaßte und ihm eine Stellung gab, daß
9wir sein Gesicht sehen konnten. Er musterte ihn
10lässig, herrscherlich und heiter von oben bis
11unten.
12»Was ist das, ?« sagte er. »So spät
13machen wir Bekanntschaft? Dennoch kannst
14du mir glauben, daß ich die deine längst ge-
15macht habe... Aber ja, ich habe dich längst ins
16Auge gefaßt und mich deiner vortrefflichen
17Eigenschaften versichert. Wie konnte ich dich
18wieder vergessen? So viele Geschäfte, weißt
19du... Sag mir doch, wie nennst du dich? Nur
20den Vornamen will ich wissen.«
21»Mario heiße ich«, antwortete der junge
22Mensch leise.
23»Ah, Mario, sehr gut. Doch, der Name kommt
24vor. Ein verbreiteter Name. Ein antiker Name,
25einer von denen, die die heroischen Überliefe-
26rungen des Vaterlandes wach erhalten. Bravo.