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Seite 98

Mario und der Zauberer

Thomas Mann · Seite 98 von 107

1« Und er streckte Arm und flache Hand
2aus seiner schiefen Schulter zum römischen
3Gruß schräg aufwärts. Wenn er etwas betrunken
4war, so konnte das nicht wundernehmen; aber er
5sprach nach wie vor sehr klar akzentuiert und
6geläufig, wenn auch um diese Zeit in sein gan-
7zes Gehaben und auch in den Tonfall seiner Wor-
8te etwas Sattes und Paschahaftes, etwas von
9Räkelei und Übermut eingetreten war.
10»Also denn, mein «, fuhr er fort, »es ist
11schön, daß du heute abend gekommen bist und
12noch dazu ein so schmuckes Halstuch angelegt
13hast, das dir exzellent zu Gesichte steht und dir
14bei den Mädchen nicht wenig zustatten kom-
15men wird, den reizenden Mädchen von Torre di
16Venere...« Von den Stehplätzen her, ungefähr
17von dort, wo auch Mario gestanden hatte, er-
18tönte ein Lachen, – es war der mit
19der Kriegsfrisur, der es ausstieß, er stand dort
20mit seiner geschulterten Jacke und lachte
21»Haha!« recht roh und höhnisch.
22Mario zuckte, glaube ich, die Achseln. Jeden-
23falls zuckte er. Vielleicht war es eigentlich ein
24Zusammenzucken und die Bewegung der Ach-
25seln nur eine halb nachträgliche Verkleidung
26dafür, mit der er bekunden wollte, daß das