Mario und der Zauberer
Thomas Mann · Seite 12 von 107
1haltenden Müttern, in heiserer Besorgnis die
2Lüfte erfüllen, schaukeln auf der blitzenden
3Bläue, und über die Gliedmaßen der Lagernden
4tretend bieten die Verkäufer von Austern,
5Getränken, Blumen, Korallenschmuck und
6, auch sie mit der belegten und
7offenen Stimme des Südens, ihre Ware an.
8So sah es am Strande von Torre aus, als wir
9kamen – hübsch genug, aber wir fanden den-
10noch, wir seien zu früh gekommen. Es war Mitte
11August, die italienische Saison stand noch in
12vollem Flor; das ist für Fremde der rechte
13Augenblick nicht, die Reize des Ortes schätzen zu
14lernen. Welch ein Gedränge nachmittags in den
15Garten-Cafés der Strandpromenade, zum Bei-
16spiel im ›‹, wo wir zuweilen saßen, und
17wo uns bediente, derselbe , von dem
18ich dann gleich erzählen werde! Man findet kaum
19einen Tisch, und die Musikkapellen, ohne daß
20eine von der anderen wissen wollte, fallen einan-
21der wirr ins Wort. Gerade nachmittags gibt es
22übrigens täglich Zuzug aus ; denn
23natürlich ist Torre ein beliebtes Ausflugsziel für
24die unruhige Gästeschaft jenes Lustplatzes, und
25dank den hin und her sausenden -Wagen ist
26das Lorbeer- und Oleandergebüsch am Saum