Schlüsselpassage 12

Seiten 70–71

Befehlen und Gehorchen

Achte auf das Wort «Führer» und darauf, wie Cipolla sich als Leidenden darstellt.

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18wegte. Die Rollen schienen vertauscht, der
19Strom ging in umgekehrter Richtung, und der
20Künstler wies in immer fließender Rede aus-
21drücklich darauf hin. Der leidende, empfan-
22gende, der ausführende Teil, dessen Wille aus-
23geschaltet war, und der einen stummen in der
24Luft liegenden Gemeinschaftswillen vollführte,
25war nun er, der so lange gewollt und befohlen
26hatte; aber er betonte, daß es auf eins hinaus-

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1laufe. Die Fähigkeit, sagte er, sich seiner selbst
2zu entäußern, zum Werkzeug zu werden, im un-
3bedingtesten und vollkommensten Sinne zu ge-
4horchen, sei nur die Kehrseite jener anderen, zu
5wollen und zu befehlen; es sei ein und dieselbe
6Fähigkeit: Befehlen und Gehorchen, sie bilde-
7ten zusammen nur ein Prinzip, eine unauflös-
8liche Einheit; wer zu gehorchen wisse, der wisse
9auch zu befehlen, und ebenso umgekehrt; der
10eine Gedanke sei in dem anderen einbegriffen,
11wie Volk und Führer ineinander einbegriffen
12seien, aber die Leistung, die äußerst strenge
13und aufreibende Leistung, sei jedenfalls seine,
14des Führers und Veranstalters, in welchem der
15Wille Gehorsam, der Gehorsam Wille werde,
16dessen Person die Geburtsstätte beider sei, und
17der es also sehr schwer habe. Er betonte dies
18stark und oft, daß er es außerordentlich schwer
19habe, wahrscheinlich um seine Stärkungsbe-
20dürftigkeit und das häufige Greifen zum Gläs-
21chen zu erklären.
Befehlen und GehorchenHörbuch folgt