Schlüsselpassage 15

Seiten 90–92

Der Tanz

Überlege, warum reiner Widerstand ohne eigenes positives Ziel scheitert.

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22Man sah sie unter seinen immer wiederholten
23Hieben und unentwegten Anrufen wanken, die-
24se Feste, – sah es mit einer sachlichen Anteil-
25nahme, die von affekthaften Einschlägen, von
26Bedauern und grausamer Genugtuung nicht

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1frei war. Verstand ich den Vorgang recht, so
2unterlag dieser Herr der Negativität seiner
3Kampfposition. Wahrscheinlich kann man vom
4Nichtwollen seelisch nicht leben; eine Sache
5nicht tun wollen, das ist auf die Dauer kein Le-
6bensinhalt; etwas nicht wollen und überhaupt
7nicht mehr wollen, also das Geforderte dennoch
8tun, das liegt vielleicht zu benachbart, als daß
9nicht die Freiheitsidee dazwischen ins Gedrän-
10ge geraten müßte, und in dieser Richtung be-
11wegten sich denn auch die Zureden, die der
12 zwischen Peitschenhiebe und Befehle
13einflocht, indem er Einwirkungen, die sein Ge-
14heimnis waren, mit verwirrend psychologi-
15schen mischte. »« sagte er. »Wer wird sich
16so quälen? Nennst du es Freiheit – diese Verge-
17waltigung deiner selbst? Es reißt
18dir ja an allen Gliedern. Wie gut wird es sein,
19ihnen endlich den Willen zu lassen! Da, du tan-
20zest ja schon! Das ist kein Kampf mehr, das ist
21bereits das Vergnügen!« – So war es, das Zuk-
22ken und Zerren im Körper des Widerspenstigen
23nahm überhand, er hob die Arme, die Knie, auf
24einmal lösten sich alle seine Gelenke, er warf die
25Glieder, er tanzte, und so führte der Cavaliere
26ihn, während die Leute klatschten, aufs Po-

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1dium, um ihn den anderen Hampelmännern
2anzureihen. Man sah nun das Gesicht des Un-
3terworfenen, es war dort oben veröffentlicht. Er
4lächelte breit, mit halb geschlossenen Augen,
5während er sich »vergnügte«. Es war eine Art
6von Trost, zu sehen, daß ihm offenbar wohler
7war jetzt als zur Zeit seines Stolzes...
Der TanzHörbuch folgt