Die Zunge
Achte auf Cipollas Rede über «das Wollen und das Tun» und auf den ersten Einsatz der Reitpeitsche.
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16»« antwortete . »Du gefällst mir,
17. Willst du glauben, daß ich dich
18längst gesehen habe? Solche Leute, wie du, haben
19meine besondere Sympathie, ich kann sie brau-
20chen. Offenbar bist du ein ganzer Kerl. Du tust,
21was du willst. Oder hast du schon einmal nicht
22getan, was du wolltest? Oder gar getan, was du
23nicht wolltest? Was nicht du wolltest? Höre,
24mein Freund, es müßte bequem und lustig sein,
25nicht immer so den ganzen Kerl spielen und für
26beides aufkommen zu müssen, das Wollen und
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1das Tun. Arbeitsteilung müßte da einmal eintre-
2ten – . Willst du zum Bei-
3spiel jetzt dieser gewählten und verehrungswür-
4digen Gesellschaft hier die Zunge zeigen, und
5zwar die ganze Zunge bis zur Wurzel?«
6»Nein«, sagte der Bursche feindselig. »Das will
7ich nicht. Es würde von wenig Erziehung zeu-
8gen.«
9»Es würde von gar nichts zeugen«, erwiderte
10, »denn du tätest es ja nur. Deine Erzie-
11hung in Ehren, aber meiner Meinung nach wirst
12du jetzt, ehe ich bis drei zähle, eine Rechtswen-
13dung ausführen und der Gesellschaft die Zunge
14herausstrecken, länger, als du gewußt hattest,
15daß du sie herausstrecken könntest.«
16Er sah ihn an, wobei seine stechenden Augen
17tiefer in die Höhlen zu sinken schienen. »«,
18sagte er und ließ seine Reitpeitsche, deren
19Schlinge er vom Arme hatte gleiten lassen, ein-
20mal kurz durch die Luft pfeifen. Der Bursche
21machte Front gegen das Publikum und streckte
22die Zunge so angestrengt-überlang heraus, daß
23man sah, es war das Äußerste, was er an Zun-
24genlänge nur irgend zu bieten hatte. Dann
25nahm er mit nichtssagendem Gesicht wieder
26seine frühere Stellung ein.