Schlüsselpassage 11

Seiten 66–67

Der Herr aus Rom

Lerne Cipollas Satz über die Willensfreiheit – er gehört in jede Interpretation.

S. 66

20Ein junger Herr in vorderster Reihe, rechts von
21uns, mit stolz geschnittenem Gesicht, Italiener,
22meldete sich und erklärte, er sei entschlossen,
23nach klarem Eigenwillen zu wählen und sich je-
24der wie immer gearteten Beeinflussung bewußt
25entgegenzustemmen. Wie sich unter
26diesen Umständen den Ausgang denke. – »Sie

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1werden mir«, antwortete der , »damit
2meine Aufgabe etwas erschweren. An dem Er-
3gebnis wird Ihr Widerstand nichts ändern. Die
4Freiheit existiert, und auch der Wille existiert;
5aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein
6Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt
7ins Leere. Sie sind frei, zu ziehen oder nicht zu
8ziehen. Ziehen Sie aber, so werden Sie richtig
9ziehen, – desto sicherer, je eigensinniger Sie zu
10handeln versuchen.«
11Man mußte zugeben, daß er seine Worte nicht
12besser hätte wählen können, um die Wasser zu
13trüben und seelische Verwirrung anzurichten.
14Der Widerspenstige zögerte nervös, bevor er zu-
15griff. Er zog eine Karte und verlangte sofort zu
16sehen, ob sie unter den verborgenen sei. »Aber
17wie?« verwunderte sich . »Warum halbe
18Arbeit tun?« Da jedoch der Trotzige auf dieser
19Vorprobe bestand: – »«, sagte der
20Gaukler mit ungewohnt lakaienhafter Gebärde
21und zeigte, ohne selbst hinzusehen, sein Drei-
22blatt fächerförmig vor. Die links steckende Kar-
23te war die gezogene.
24Der Freiheitskämpfer setzte sich zornig, unter
25dem Beifall des Saales. Wieweit Cipolla die mit
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